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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Drängende Dinge zu verschieben und dann darunter zu leiden, dass sie nicht erledigt sind. Das kennen die meisten. Aber nicht immer ist das ein schlechter Umgang mit sich selber.

von Anton Ladner

 

 

Der britische Journalist Oliver Burkeman hat soeben das Buch «4000 Wochen  Zeitmanagement für Normalsterbliche» veröffentlichtEr sagt von seinem Werk, es sei das wichtigste je geschriebene Buch über den richtigen Umgang mit der Zeit. Er thematisiert darin die Einsamkeit eines Menschen, der Mail-Antworten, Anrufe, Steuererklärung, Reinigung und vieles mehr aufschiebt. «Wir gehen davon aus, dass wir unendlich viel Zeit vor uns haben, in der wir früher oder später alles erledigen werden.» Jeder Mensch tappe deshalb in die Falle, ein unproduktiver Zauderer zu werden, so Burkeman. Unlust, mangelnde Energie, Angst, falsche Vorstellung vom Aufwand – die Gründe dafür sind sehr vielfältig. 

Oliver Burkeman schreibt auch über eine erstaunliche Ursache des Zögerns und Verschiebens. «Eine Aufgabe zu erfüllen bedeutet auch, dass wir scheitern, andere verärgern und uns als unvollkommen erweisen können Glücklicherweise ist aber die Angst vor dem Scheitern nicht unüberwindbar. Man muss sich einfach von der Illusion verabschieden, dass alles gelingen soll, dass nichts suboptimal sein darf. 

Es klingt paradox: Aber wer nicht scheitern will, darf mittelmässig und manchmal auch unterdurchschnittlich sein. Man muss sich also einfach erlauben, in gewissen Bereichen leicht zu versagen.

Spirituelle Selbstfürsorge
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Das ist eine kluge Art, mit der Realität umzugehen, ohne von ihr in die Rolle eines passiven Zauderers gedrängt zu werden. Die Kunst laut Burkeman besteht darin, ein aktiver, bewusster und organisierter Zauderer zu werden. Das bedeutet, das zu erledigen, was drängt und entsprechend belastet, und sich dabei ganz bewusste Zeitinseln zu gönnen, auf denen alles andere auf später verschoben wird. Das ist eine Art Leben in Saisons. Was durch die Erledigung der Pflichten zu kurz kommt, wird in der nächsten Saison durch Verschieben der Pflichten nachgeholt. Zum Beispiel drei Tage lang keine Mails zu beantworten. Eine sofortige Beantwortung führt auch oft zu einem längeren Hin und Her und zu mehr Aufwand.  

Die bewusste Entscheidung, worauf man aus Zeitgründen verzichtet, was man auf später verschiebt, bietet auch die Möglichkeit, seine Individualität zu behaupten. Das erweist sich als eine gute emotionale Selbstfürsorge. 

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