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Der Mensch ist auf Negativität programmiert. Ursachen dafür sind evolutionär bedingt und menschheitsgeschichtlich in der Vergangenheit zu suchen. Mit dem Einsatz der Vernunft lässt sich das heute leicht ändern. Denn die Negativität kann man gedanklich neutralisieren.

Wir machen es uns oft nicht einfach. Wir nehmen schnell das Schlimmste an. Und wir erinnern uns nach Jahren noch an eine kritische Bemerkung des Vorgesetzten, weniger aber an seine zahlreichen Lobe. Der US-amerikanische Sozialpsychologe Roy Baumeister, Professor an der Florida State University, führt diesen Umstand auf die Entwicklung des Gehirns zurück. Vor Tausenden Jahren galt es, Gefahren schnell zu erkennen, um überleben zu können. Die Konditionierung auf Negativität hat uns das Überleben gesichert, verursacht uns aber heute sehr viel unnötigen Stress. Sein Buch «The Power of Bad» (Die Kraft des Schlechten), das Baumeister mit John Tierney Ende Dezember in den USA veröffentlicht hat, zeigt auf, wie wir uns nur auf das konzentrieren, was schiefläuft und in der Zukunft weiter schiefgehen wird. Wie dagegen angehen? Baumeister hat konkrete Vorschläge: Für jede negative Bemerkung, zu der man sich gezwungen sieht, sollten vier positive vorhanden sein – gegenüber sich selbst, Partnern, Kindern, Mitarbeitern, Nachbarn usw.

Weiter schlägt er vor, sich in Erinnerungen positiv aufzuladen. Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass negative Gefühle beseitigt werden, wenn man in Nostalgie schwelgt. In schöne Erinnerungen zurückzukehren, löst einen positiven Effekt aus – auf Körpergefühl und Motivation. Statt das Negative zu thematisieren und zu betonen, sollte man sich laut Baumeister diszipliniert auf das Positive beschränken. Es gibt jeden Tag etwas Positives. Wenn man Gutes, das geschehen ist, mit seiner Umgebung teilt, wird es sogar grösser und stärker, wie Untersuchungen gezeigt haben. Auch Anteilnahme an den Siegen anderer Menschen mit stark positiven Ausdrücken wie «grossartig» oder «fantastisch» reduziert Negativität.

Bei der Selbstprüfung neigen wir dazu, unsere positiven Eigenschaften aufzulisten. Man zählt gerne auf, was man gut kann. Laut Baumeister zählt aber mehr, was man an Schlechtem unterlässt. Denn das Schlechte überwiege immer das Gute. Das, was man tue, sei in der Wahrnehmung weniger wichtig als das, was man nicht tue, so Baumeister. Zum Beispiel den Mund zu halten, statt zu urteilen und zu kritisieren. Die grosse Kunst des Lebens bestehe darin, nicht in Fehlern der Vergangenheit und in Bedauern zu verweilen, denn das sei die stärkste Negativität. Wer seine Achtsamkeit, so Baumeister, auf das Hier und Jetzt konzentriere, vermeide viel Negativität in seinem Leben.

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