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Das Herz ist der wichtigste Muskel, weil er den Menschen am Leben erhält. Es leistet unglaublich viel, Tag und Nacht. Aber welche Beziehung pflegt man zu seinem Herzen? Hat man überhaupt eine?

Gutes Hauspersonal verrichtet seine Aufgaben so, dass es gar nicht wahrgenommen wird. Das war früher die Ansicht der besseren Gesellschaft und dürfte wohl in den Königshäusern heute noch gelten. Nur wenn es zu Problemen kam, weil zum Beispiel Silber fehlte, der Diamantring verschwunden war oder der Butler einen Herzinfarkt hatte, wurde das Personal zum Thema.

Das Herz entspricht ganz diesem Hauspersonalideal. Es schlägt Tag und Nacht, leistet mehr, wenn es nötig ist, und kommt zur Ruhe, wenn das dient. Für praktisch alle Menschen ist dies selbstverständlich. Bis es zu Schwierigkeiten kommt. Im Sprachgebrauch ist das Herz jedoch sonderbarerweise allgegenwärtig: ein grosses Herz haben, schenken mit Herz, ein herzensguter Mensch sein, das Herz auf der Zunge tragen, ein schweres Herz haben, ein gebrochenes Herz haben, eines, das in die Hose gerutscht ist, usw. Aber die Redensarten verraten in keiner Weise, ob da auch wirklich eine Beziehung zum eigenen Herzen besteht. Gustav Dobos, Direktor der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin, hat das Buch «Das gestresste Herz» geschrieben. Darin macht er deutlich, wie stark der Lebensstil und das eigene Denken die Herzgesundheit beeinflussen. Es beginnt bei Bewegungsarmut, geht über Stress, Ärger und Wut, die man zelebriert, als könnte man nicht darauf verzichten, bis hin zu Einsamkeit. Denn Einsamkeit, das wird in der Medizin immer deutlicher, kann zu Krankheiten führen. Die Risikofaktoren sind also viel komplexer als Rauchen, Alkohol und hoher Cholesterinwert. Ein grosses Risiko liegt auch in den schwer fassbaren seelischen Faktoren, die wahrscheinlich bedeutend schwerer wiegen als zum Beispiel der Alkoholgenuss in fröhlicher Runde. Für Dobos haben 90 Prozent aller Herzinfarkte die Ursache in den Lebensgewohnheiten. Wer also mit seinem Herzen in Beziehung tritt, kann allein schon dadurch Gefahrenrisiken mindern. Notwendig ist ein Wohlwollen für den lebenswichtigen Muskel. Dann gönnt man ihm etwas Treppensteigen, damit er einen neuen Takt anschlagen kann, mehr Gemüse und weniger Fleisch, mehr Schlaf statt Sofafernsehen, ein Thermalbad oder einen Saunagang in schöner Umgebung. Wer an sein Herz denkt und es in seinen Lebensstil miteinbezieht, tut viel Gutes.

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