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Willi Vollenweider
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Mein achtsamer Blick:

 

Willi Vollenweider
Präsident der Schweizer Funkamateure

Viel Mehr als bloss ein Hobby

Am 18. April ist Welt-Amateurfunk-Tag. Funkamateure sind Funktechnik-Enthusiasten jeden Alters. Sie beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Funktechnik und deren äusserst vielfältigen Anwendungen.  

Drahtlose Kommunikation ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Wo wären wir, wenn wir keine drahtlose Kommunikation hätten? Keine Smartphones, keinen Flugfunk, keine Funkverbindung zu Rettungsdiensten, keinen Rundspruch (Radio/TV), keine Satelliten-Verbindungen, kein Radar, keine Navigationssysteme wie GPS, Galileo und andere, kein WLAN/Wifi. Kurzum: Unsere heutige hochtechnisierte Zivilisation wäre gar nicht möglich! 

Interesse an Naturwissenschaften und Technik ist gerade bei unserer Jugend stark verbreitet: eine natürliche Neugier, zu erfahren, wie etwas funktioniert und welche physikalischen Phänomene der Natur genutzt werden können, um der Menschheit einen Nutzen zu erbringen.  

 

Diese Neugier hat uns zu unserem Hobby gebracht. Wir wollen die technisch- naturwissenschaftlichen Grundlagen kennen, wir wollen wissen, wie elektronische Schaltungen funktionieren und wie mithilfe elektromagnetischer Wellen Informationen auch über grosse Distanzen übertragen werden können.  

Der Welt-Amateurfunk-Tag soll an die Gründung der Internationalen Amateur Radio Union IARU im Jahre 1925 erinnern. Dieser folgte im Jahr 1929 die Gründung des Schweizerischen Verbandes USKA (Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure). 

Funk Rufzeichen
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Funkamateure sind Botschafter moderner Kommunikations-Technologien. Sie erleben diese nicht bloss als «Konsumenten», vielmehr begreifen sie die technische Funktionsweise, können Geräte selber bauen, konfigurieren und programmieren. 

Nicht weniger als elf Prozent des gesamten nutzbaren Radiospektrums sind seit Langem den Funkamateuren für ihre Funkexperimente zugeteilt. Funkamateure sind übrigens die Einzigen, welche von der NASA die Erlaubnis haben, mit den Astronauten der Internationalen Raumstation ISS über Funk zu sprechen.  

Der Nutzen für die Gesellschaft ist vielfältig: Jugendliche erlernen in diesem Hobby zukunftsfähige, gefragte ICT/IKT-Kompetenzen, die sie in Ausbildung und Beruf weiterbringen. Funkamateure betreiben im Katastrophenfall Funknetze zur Unterstützung von Behörden und Bevölkerung. Last, but not least: Funkamateure haben ein ureigenes Interesse, dass der «elektromagnetische Raum» sauber bleibt. Sie intervenieren überall dort, wo falsch konstruierte Anlagen unnötigen Elektrosmog erzeugen und damit die Umwelt zumüllen. Die Politik hat die Bedeutung des Amateurfunks erkannt und exklusiv für uns im revidierten Fernmeldegesetz nun sogar eine Rechtsgrundlage für vereinfachte Antennen-Bewilligungsverfahren geschaffen.

Der Interessensbereich der Funkamateure hat sich in den vergangenen Jahren, den technologischen Entwicklungen folgend, stark erweitert. Heute zählen praktisch alle nicht kommerziellen und nicht behördlichen Funkanwendungen dazu.  

Amateurfunk bleibt eine spannende technisch-naturwissenschaftliche Freizeitbeschäftigung. Unsere zahlreichen Communities bieten einen regen Austausch, auch international: ein völkerverbindendes Hobby!

 

Willi Vollenweider, Dipl.-El.-Ing. ETH, Funk-Rufzeichen HB9AMC, ist Präsident des Zentralverbandes der Schweizerischen Funkamateure USKA. 

 

*In dieser Rubrik wirft jede Woche eine prominente Persönlichkeit einen achtsamen Blick auf die Schweiz und beschreibt aus ihrer Sicht, was zählt. Diese Meinung muss sich nicht mit derjenigen der Redaktion decken.

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