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Die Selbstpflege erschöpft sich nicht mit einem Schaumbad oder einem Nickerchen nach dem Mittagessen. Bei der kognitiven Fürsorge um sich selbst geht es um das geistige Wohlbefinden, das am Anfang oft mit mühsamen Schritten verbunden ist.

von Anton Ladner

Brigitte liebt Unterhaltungen mit anderen. Über die Jahre hat sie sich aber angewöhnt, dabei den Lärm der Nachbarn, den Zigarettenrauch in der Garage oder die mangelhafte Hausreinigung zu thematisieren. Das Negative anderer, um Austausch und Nähe zu erleben. Von aussen besehen keine vielversprechende Ausgangslage für einen konstruktiven Dialog und für ein gutes Wohlbefinden am Schluss.

Der Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Selbstfürsorge wird oft gar nicht wahrgenommen, weil es an der Sorge um das eigene Wohl fehlt. Wer diese Verbindung bewusst zu sehen beginnt, kann viel Gutes für sich erreichen. Das bedingt oft eine Lenkung der Gedanken, konkret ein Erforschen der Denkweisen und Überzeugungen. Die Frage und Vertiefung, warum es sie immer zum Negativen anderer zieht, würden Brigitte wohl von einigem befreien. Die Konzentration auf das, was nicht gut läuft oder nicht gefällt, bewirkt in der Regel nämlich nicht die ersehnte Verbesserung. Negative Denkmuster verwandeln sich aber leicht in Dauerbeschwerden, die zu einer Sucht werden können. Um das zu blockieren, braucht es eine kognitive Selbstpflegestrategie. Sie soll dazu führen, die Energie und die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was dem eigenen Wohlbefinden dient.

Im Falle von Brigitte wäre das zum Beispiel der Vorsatz, sich auf Positives in ihrem Leben zu konzentrieren, um daraus Gesprächsstoff zu generieren. Ein beeindruckender Film, ein rührender Artikel oder ein Besuch einer Ausstellung, die einen gar nicht so anzieht. Das setzt voraus, den Blick über den Tellerrand zu heben, sich für Neues zu interessieren. Kognitive Selbstfürsorge hat viel mit offen bleiben für neue Ideen zu tun. Das führt zu einer persönlichen Entwicklung, aus der grösseres Wohlbefinden wächst. Ganz gleich, ob durch Lesen, Kursbesuche oder einfach neue persönliche Erfahrungen. Das öffnet den Geist und bereichert das eigene Leben. Obschon es sehr hilfreich ist, haben die wenigsten einen Selbstpflegeplan mit persönlichen Wachstumszielen. Im Falle von Brigitte könnte das ein Konzentrieren auf eine positive Denkweise sein, um sich zufriedener zu fühlen. Wenn sie jeden Tag mit dieser klaren Absicht beginnt, wird ihr das bald gelingen.

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