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Der Begriff Wellbeing macht sich in Europa zunehmend breit. Er umschreibt eine Zufriedenheit, eine positive Grundstimmung. Dieses Wohlergehen ist zum Teil in die Wiege gelegt, aber zum andern Teil in der Eigenverantwortung.

Der Autor von «Authentic Happiness», Martin Seligman, der mit diesem Buch 2002 viel Aufsehen erregte, geht davon aus, dass Glücklichsein gelernt werden kann. Er meint damit ein Zufriedensein, eine positive Grundstimmung dem Leben gegenüber. Der US-amerikanische Psychologieprofessor glaubt aber, dass jeder Mensch eine unterschiedliche Ausgangslage hat. Die einen haben laut ihm einen Zufriedenheitsgrad von 40 bis 50 Prozent in die Wiege gelegt bekommen, die andern einen von 60 bis 70 Prozent. Zufriedenheit hat somit auch mit den Genen zu tun, so weit die neue Erkenntnis. Zudem unterscheiden sich die Menschen in der Wahrnehmung von Zufriedenheit stark. Der Grad hängt sehr von den persönlichen Präferenzen ab. Die einen sind glücklich, wenn sie wenig eingeladen werden, damit sie ihrer Diät schön folgen können. Andere sind glücklich, wenn sie eingeladen und reich bewirtet werden. Die einen machen häufig Luftsprünge, die andern sind zurückhaltend, was aber letztlich nichts über den tatsächlichen Zufriedenheitsgrad aussagt. Gemein ist aber allen Menschen, dass Zufriedenheit besonders stark empfunden wird, wenn sie errungen werden muss. Durch Einsatz, Arbeit, Hinwendung, Anstrengung. Alles, was «verdient» werden muss, führt zu einer tiefen Befriedung, zu anhaltenden guten Gefühlen. Denn der Mensch ist darauf ausgelegt, sich hinzuwenden, ausserhalb von sich aufzugehen. Sei das im Sport, in der Malerei, in der Musik, in der Küche, im Garten. Es ist die Hinwendung, die dem Menschen Fülle eröffnet. Dabei stellt sich eine fundamentale Erfahrung ein: Die unterschiedlichsten Tätigkeiten können Zufriedenheit oder Glücksgefühle generieren: Hemdenknöpfe annähen, den Keller neu einräumen, die Blumentöpfe anstreichen, die Akten in neue Register einordnen, einen Kuchen für die Bekannte backen, alle Schuhe putzen. Aktivitäten, die sinnvoll und sinnstiftend sind, generieren schnell Zufriedenheit, die trägt. Fernsehen oder Shoppen vermitteln derweil einen schnellen Kick, aber eröffnen keine nachhaltige Zufriedenheit. Man kann also zufriedener werden und die guten Gefühle steigern. Man muss sich einfach an eine Tätigkeit verschenken.

 

Anton Ladner